Secretlab Magnus Evo im Test: Ein höhenverstellbarer Gaming-Tisch ohne Schnickschnack
Der neue Schreibtisch verzichtet auf wildes RGB-Bling-Bling und punktet stattdessen mit starkem Kabelmanagement sowie hoher Stabilität.
So groß, trotzdem unscheinbar und dennoch unschätzbar wichtig: der richtige Gaming-Tisch. Die Basis für jedes PC-Gaming-Setup, der Boden unter den Füßen eures Laptops oder PCs und die 1,5 Meter, an denen ihr eure Freizeit, oder, wie ich, auch noch den Großteil eurer Arbeitszeit verbringt. Günstig sind gute Möbelstücke selten, daher muss man hier wirklich gut abwägen. Ich habe mir hier den Secretlab Magnus Evo angeschaut und bin bisher ziemlich zufrieden.
Ein perfektes Aufbauerlebnis
Erleichternd einfach war es tatsächlich, den Tisch zusammenzubauen. Da der Tisch inklusive Beine je nach angebrachtem Zubehör so viel wiegt wie ich - irgendwo zwischen 50 und 63 Kilogramm - und ich mich selbst bei normalen Liegestützen schwertue, habe ich mir Unterstützung beim Aufbau geholt. Es ist doch viel einfacher, die 30 Kilogramm schwere Platte nicht alleine durch die Wohnung zu tragen und das zusammenbeschraubte Stück am Ende zu zweit umdrehen zu können.
Im Paket war alles feinsäuberlich angeordnet und verpackt. Diese Ordnung hätte ich auch gern in meinem Haushalt. Alle Teile wurden mit Buchstaben von A bis H beschriftet und stellt euch vor: Die Reihenfolge, in der wir die Teile benutzen, ist alphabetisch. Fantastisch. Da muss man wirklich nicht darüber nachdenken. Auch die Schrauben waren passend beschriftet.
Jeder einzelne Schritt war leicht zu verstehen und umzusetzen. Lediglich beim Verstauen der Kabel im mittigen Kabelkanal des Tisches gab es zwei Anläufe, da es doch gar nicht so einfach ist, die dicken, starren Kabel in dem winzigen Zwischenraum so zu verstauen, dass es optisch komplett verschwindet. Der Kabelkanal ist komplett verschlossen und sitzt mittig unter dem Tisch. Visuell ist das wirklich ein Glückstreffer, da es wunderbar sauber aussieht, es hängen keine Kabel irgendwo heraus. Allerdings merkt man den Metallkanal manchmal, wenn man die Beine überschlagen will, während man mit dem Stuhl sehr dicht am Tisch sitzt. Und ich bin jemand, der sich wirklich Dellen im Bauch an der Tischkante holt, weil ich wirklich immer so weit wie nur irgendwie möglich in Richtung Monitor rutsche.
Solider Einsteigertisch für alle, die stehen und sitzen wollen
Generell ist der Secretlab Magnus Evo sehr hübsch anzusehen. Er ist schwarz und ein Tisch. Er schreit nicht nach Gaming, aber hat dennoch kleine Details, die einen Hauch des Hobbys vermuten lassen. So besitzt das fest installierte Steuerungspanel, mit dem ihr den Tisch hoch- und runterfahren könnt, visuell scharfkantige Elemente und einige Schrägen. Eigentlich war es das auch schon. Die echte Gamer-Optik kommt erst dann zustande, wenn ihr einen PC und andere Hardware auf dem Tisch und in den passenden Halterungen platziert. RGB-Beleuchtung besitzt der Evo nicht. Er ist erstaunlich schlicht. Das macht ihn aber auch ziemlich flexibel, denn so könnt ihr ihn in fast jedes Zimmer stellen, ohne dass er euer Auge stört.
Die Lautstärke des Motors ist moderat. Es geht sicherlich minimal leiser, aber wirklich laut ist es auch nicht. Mit Kopfhörern auf ist das nur noch ein fernes Summen. Der Evo fährt schnell und sauber hoch und runter und reagiert direkt auf das Drücken der Touch-Knöpfe. Die Oberfläche wirkt glatt und weich, nimmt hier und da aber auch mal ganz leichte Abdrücke von den Fingern an. Mir fällt das aber wirklich nur beim sehr genauen Hinschauen auf. Eine Unterlage könnte sich hier also lohnen.
Das Kabelmanagement ist ebenfalls wundervoll. Die Kabel des Tisches verschwinden ja im mittleren Kanal und eine Wanne, die wir hinten an der Platte anbringen können, hält die Kabel der Peripherie. Allerdings kann die Wanne des Monitorarms im Weg sein. Daher habe ich sie nicht montiert. Da ist mir ein flexibles Anbringen doch wichtiger. Wie schön, dass einfach beide Wege problemlos funktionieren.
Wie stabil ist der Secretlab Magnus Evo? Das war meine wichtigste Frage. Als Vieltipper und Shooter-Enthusiast gibt es kaum etwas Nervigeres, als einen Tisch, der bei jeder Bewegung die Bildschirme zappeln lässt. Als ich das erste Mal mit meinem Gaming-Chair an den aufgestellten Tisch rollte und meine Finger auf der Tastatur platzierte, lief mir eine einzelne Schweißperle von der Stirn. Meine Hände begannen leicht zu zittern. Was, wenn dieser Tisch ebenfalls so vibrieren würde? Ich würde es ja gleich wissen...
Ich schluckte noch einmal tief und meine Finger wanderten über die Tasten. Das Ergebnis ließ sich sehen. Erleichtert stellte ich fest, dass der Evo nicht bei jedem Tippen und jeder kleinen Handbewegung sofort schlotterte. Klar, wenn ich meinen Arm auf den Tisch liegen lasse oder wirklich brutal in die Tasten haue, dann wackelt der Monitor auch leicht, aber im Normalbetrieb ist das so gut wie nie zu sehen.
Wer sehr klein ist, sollte beim Secretlab Magnus Evo außerdem beachten, dass der Tisch nur bis zu 72 Zentimeter herunterfahrbar ist. Für mich ist das mit einer Körpergröße von 165 Zentimetern gerade die Grauzone, in der ich eigentlich eine Unterlage für die Füße brauche, um wirklich perfekt ergonomisch zu sitzen. Zum Glück bietet Secretlab auch diese an. Meine Füße thronen jetzt also auf der Professional Fußstütze, die ein wunderbar weiches Kissen hat, frei geneigt werden kann und erstaunlich schwer ist. Hochwertig und schön flauschig, aber auch teuer mit seinen 200 Euro. Zuvor hatte ich einen kleinen Hocker genutzt, aber auch ein alter Laptop-Karton hat bereit als Fußablage hergehalten.
Hoch geht es mit dem höhenverstellbaren Tisch bis zu 117 Zentimetern. Dazwischen sind alle Höhen im Millimeterbereich möglich und ihr könnt drei Höhen in einem Profil am Control-Panel speichern, um nicht immer wieder neu nach dem Sweetspot zu suchen.
Statt einer Lösung nur aus Holz oder, wie bei der teureren Pro-Version des Tisches, setzt der Evo auf eine Hybridlösung aus beiden Materialien. Beine, Kanäle, und die hintersten zehn Zentimeter sind aus Metall, während die Platte aus Holz besteht. Preislich liegt die kleinere Version mit 150 Zentimetern Länge und 64 Zentimetern Breite bei 699 Euro, das größere Modell mit einer Länge von 177 Zentimetern bei 799 Euro. Und es gibt jede Menge Add-ons, die ihr euch dazu kaufen könnt. Monitorarme, Fußstützen, PC-Halter und ein RGB‑Paket, um den Tisch zum Leuchten zu bringen. Dadurch steigt der Preis natürlich entsprechend.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Für euer Geld erhaltet ihr hier einen Tisch ohne Schnick-schnack, der stabil steht, euren PC trägt und euch stehen und sitzen lässt. Ich selbst hätte vermutlich die 200 Euro mehr für das Vollmetallmodell investiert, für noch mehr Stabilität. Dafür ist die Evo-Version leichter und günstiger, was ebenfalls ein großer Vorteil sein kann. Ich denke beide Modelle haben definitiv ihre Berechtigung und es kommt sehr darauf an, welche Punkte euch am Ende wichtiger sind.
| Secretlab Magnus Evo | |
|---|---|
| PRO | CONTRA |
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